Betroffene demonstrieren für eine gesicherte Versorgung
Pressemitteilung des "Deutschen Diabetiker Bundes e.V."
KASSEL, 25. Mai 2010 – Mehrere hundert Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 1 haben mit Ihren Familien auf Initiative von diabetesDE und Deutscher Diabetiker Bund, unter Beteiligung weiterer Diabetesorganisationen, vor dem Bundesgesundheits-ministerium in Berlin demonstriert. Sie machten auf die Folgen aufmerksam, die mit der diskutierten Streichung der Erstattungsfähigkeit von kurz wirkenden Insulinanaloga entstehen. Im Bundesgesundheitsministerium wurde eine Petition mit 5000 Unterschriften übergeben, um eine negative Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses zu verhindern. "Die heutige Aktion zeigt den Zusammenhalt und den festen Entschluss der Betroffenen, energischen Widerstand gegen eine solche menschenverachtende Gesundheitspolitik zu leisten", stellte der Bundesvorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB), Dieter Möhler, fest und appellierte: "Dafür müssen wir zusammenstehen. Die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung gefährden die Gesundheit der Schwächsten. Die Verantwortlichen hierfür müssen aus ihrer Anonymität gezerrt werden".
Rund 25.000 Kinder und Jugendliche sind deutschlandweit von Diabetes Typ 1 betroffen. Die überwiegende Anzahl nutzt kurz wirkende Insulinanaloga, mit denen sie ihren Tagesablauf ebenso flexibel gestalten können wie Kinder ohne Diabetes. Mit kurz wirkenden Insulinanaloga können durch den schnelleren Wirkungsbeginn und einer kürzeren Wirkdauer Aktivitäten wie Sport spontaner wahrgenommen werden. Damit werden Kinder und Jugendliche mit Diabetes weniger der Gefahr ausgesetzt, stigmatisiert oder isoliert zu werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beabsichtigt, die Analoginsuline zukünftig nicht mehr von den Krankenkassen bezahlen zu lassen. Der G-BA ist das oberste Beschlussgremium, welches festlegt, welche Medikamente von der Gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt werden und welche nicht.
Im Bundesgesundheitsministerium übergab eine Delegation unter Führung des Bundesvorsitzenden des Deutschen Diabetiker Bundes, Dieter Möhler, und des Vorstandsvorsitzenden von diabetesDE, Prof. Dr. Thomas Danne, eine Petition mit 5.000 Unterschriften gegen die Streichung der Erstattungsfähigkeit an den Pressesprecher des Ministeriums, Christian Lipicki. Dieter Möhler forderte nachdrücklich: "Geben Sie sich einen Ruck! Stoppen Sie das Verfahren! Was offenkundig ist, braucht keinen Nachweis durch Studien".
Dieter Möhler fasst als Fazit zusammen: "Der Protest dauert fort. Wir leisten erbitterten Widerstand, wenn Lebensqualität aus fiskalischen Gründen zurückgedrängt wird".
Bildunterschrift: Der DDB-Bundesvorsitzende Dieter Möhler mit dem Vorstandsvorsitzenden von diabetesDE, Prof. Thomas Danne, im Kreis der Demonstranten vor dem Bundesgesundheitsministerium.
Bildunterschrift: Eine Petition zum Erhalt der Verordnungsfähigkeit von Insulinanaloga übergeben der DDB-Bundesvorsitzende, Dieter Möhler (2. v. re.), und der Vorstandsvorsitzende von diabetesDE, Prof. Thomas Danne (3. v. re.), an den Pressesprecher des Bundesgesundheitsministeriums Christian Lipicki (3. v. li.)
Bildunterschrift: Dieter Möhler (DDB-Bundesvorsitzender) und Prof. Thomas Danne (Vorsitzender von diabetesDE) demonstrieren mit hunderten Betroffener für den Erhalt der Verordnungsfähigkeit von Insulinanaloga.
Kontakt:
Deutscher Diabetiker Bund e.V.
Geschäftsführer Manfred Flore
Goethestraße 27
34119 Kassel
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Autor:
Reinhard Stender
Webmaster und Online-Redakteur
Deutscher Diabetiker Bund Landesverband Hamburg e.V.
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