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Fußprobleme

Fußprobleme bei Diabetes? - Nein danke!

Informationen rund um den Fuß.

Kurzüberblick:

Sind meine Füße gefährdet?

Bagatellverletzungen und Hautverletzungen, z.B. durch drückende Schuhe, sind häufiges Alltagsproblem. Der gesunde Körper verfügt mit seinem Nervensystem über ein Alarm- oder Meldesystem, das ihm Schmerzen eine weitere Belastung gar nicht erlaubt. Man beginnt zu humpeln, wirft seine zu engen Schuhe weg und behandelt seine Wunden. Bei normaler Durchblutung der Haut heilen oberflächliche Wunden unter Entlastung sehr schnell ab.

Ist das bei Diabetikern alles anders? Nein! Aber Diabetiker entwickeln u.a. bei unzureichender Stoffwechseleinstellung nach Jahren oft Nervenschäden an den Füßen, die unterschiedliche Folgen haben.

  • herabgesetztes Schmerzempfinden (auch der zu enge Schuh sitzt scheinbar bequem),
  • Taubheits- oder Kribbelgefühl der Füße (manchmal empfinden Sie auch Kälte, obwohl Ihre Füße in Wirklichkeit warm und gut durchblutet sind),
  • verminderte Temperaturwahrnehmung (die Haut verbrennt eher als sie schmerzt),
  • Steifigkeit der Zehen und Fußgelenke
  • sowie zu ausgedehnten Fußfehlstellungen wie Hammerzehen, durchgetretenes Fußgewölbe, Spreizfüße u.a.

Hierdurch kommt es dort zu Druckschäden der Haut, wo nur noch ein kleiner Teil der Fußsohle das ganze Körpergewicht tragen muß. In diesem Fall benötigen Sie eigentlich schon spezielle Schuhzurichtungen unter diabetologischen Gesichtspunkten. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt der Fußambulanz in Ihrem Diabeteszentrum und Ihrem Hausarzt.

An den Stellen, wo Ihre Fußsohle dem erhöhten Druck standhalten muß, kommt es zu einer vermehrten Schwielenbildung. Sie kann das darunterliegende Gewebe schädigen und zu einem Fußgeschwür führen. Auch trockene Füße sind ein Zeichen einer Nervenschädigung. Es bilden sich schnell kleine Hauteinrisse, die sich entzünden könne.

Dies können Anzeichen eines diabetischen Nervenleidens sein:

  • Kältegefühl
  • Kribbelgefühl
  • Taubheitsgefühl
  • Ameisenlaufen
  • Wadenkrämpfe in Ruhe
  • Schmerzen in Ruhe, auch Nachts
  • Linderung durch Bewegung
  • trockene, rissige Haut
  • Fußschwellungen
  • Hornhautschwielen
  • fehlendes oder abgeschwächtes Temperatur- und Schmerzempfinden
  • schmerzlose Hüneraugen
  • schmerzlose Wunden oder Verletzungen

Am besten gehen Sie zu einer ausgebildeten, speziell auch diabetologisch geschulten medizinischen Fußpflegerin:

  • wenn Verletzungsgefahr aufgrund von Nevenschäden besteht,
  • wenn Sie aufgrund von Sehbehinderung Ihre Fußprobleme nicht erkennen können,
  • wenn Sie wegen Gelenksteifigkeit oder Unbeweglichkeit Ihre Füße nicht richtig erreichen und behandeln können.

Kommen zu den Nervenschäden noch Durchblutungsstörungen hinzu, sind Ihre Füße einem doppelten Risiko ausgesetzt: die Wundenheilung auch kleinster Bagatellverletzungen ist erschwert, Entzündungen können sich im abwehrgeschwächten Gewebe rascher ausbreiten. Aber: Durchblutungsstörungen sind auch für Diabetiker keine schicksalhafte Entwicklung, mit der Sie sich abfinden müßten. Heute gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, verengte oder verstopfte Blutgefäße wieder zu öffnen oder zu umgehen, damit die Füße wieder ausreichend mit Blut versorgt werden können. Spezialisten können während einer Röntgenuntersuchung der Beinarterien (Angiographie) mit einem Katheter kurze Verengungen wieder aufdehnen. Gefäßchirurgen längere Verengungen mit einem Umgehungskreislauf (Bypass-Operation überbrücken.

Dies können Anzeichen von Durchblutungsstörungen sein:

  • Kalte Füße
  • Wadenkrämpfe beim Laufen
  • Linderung durch Stehenbleiben oder durch Hängenlassen des Fußes aus dem Bett
  • dünne, trockene, pergamentartige Haut
  • dünnes Fußsohlenpolster
  • schwere kraftlose Beine
  • schmerzhafte Zehenrötungen
  • schmerzhafte Wunden oder Verletzungen

Wissen Sie überhaupt, ob Sie an Nervenschäden oder Druchblutungsstörungen leiden? Nein? Dann lassen Sie sich möglichst bald bei Ihrem Hausarzt oder Diabetesarzt untersuchen. Er kann bei Ihnen mit einer Stimmgabel die Nerven untersuchen. Sind Ihre Fußpulse nicht tastbar, kann er mit einer kleinen Ultraschallmessung (Doppler-Sonographie) die Durchblutung der Füße feststellen. Beide Untersuchungen sind schmerzlos.

Meine Füße sind besonders gefährdet, wenn:

  • ich nicht genau weiß, ob bei mir Nerven- oder Durchblutungsstörungen vorliegen.
  • ich an Durchblutungsstörungen der Beine leide (sog. "Schaufensterkrankheit" oder arterielle Verschlußkrankheit - AVK).
  • an meinen Füßen Fehlstellungen der Zehen oder Gelenke bestehen.
  • ich bereits ein schlecht heilendes Geschwür unter dem Fuß hatte.
  • bei mit schon eine Amputation erforderlich wurde.

Trifft einer der Punkte bei Ihnen zu, sollten Sie unbedingt weiterlesen! Denn durch Wissen, Schulung und Versorgung in spezialisierten Fußambulanzen und Diabeteszentren läßt sich heute bereits jede zweite Amputation vermeiden!

Mangelndes Wissen ist der größte Risikofaktor!

Dieser Text kann Ihnen helfen, Ihre Fußprobleme richtig zu erkennen und zu behandeln.

Wenn Sie sicher sind, daß Ihre Füße völlig gesund sind (bei guter Stoffwechselführung besteht lange Zeit keine Gefahr), brauchen Sie keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Vergessen Sie aber nicht, daß Sie ein erhöhtes Risiko haben, auch wenn jahrelang keine Probleme aufgetreten sind. Da man Veränderungen nicht immer sofort bemerkt, sollten Sie unsere Empfehlungen auch als eine vorbeugende Maßnahme sehen; es ist besser, wenn man als Diabetiker mit seinen Füßen pfleglich umgeht.

Was kann ich vorbeugend tun ?

Beginnende Folgeschäden an Augen und Nieren, die Sie selbst gar nicht merken, kann nur der Arzt durch spezielle Untersuchungen feststellen. Anders ist es mit Ihren Füßen: Sie haben das Schicksal Ihrer Füße zuallererst in Ihren eigenen Händen!

Bei ca. 80% der Amputationen sind es gerade die Bagatellverletzungen, die auf dem Boden einer Nervenschädigung den Stein ins Rollen gebracht haben. Nur eine gewissenhafte und tägliche Fußinspektion kann sicherstellen, daß größere Katastrophen durch rechtzeitiges Erkennen und Behandeln vermieden werden. Und, je eher, desto besser! Bei Nervenschäden können Sie sich nicht mehr auf Ihr Gefühl verlassen.

Die Kontrolle der Füße

  • Kontrollieren Sie täglich abends Ihre Füße. Nehmen Sie einen Spiegel, wenn Sie sonst Ihre Fußsohle nicht sehen können.
  • Sind die Füße geschwollen und schnürt das Strumpfgummi ein? Zeichnet sich eine Strumpfnaht ab oder gar der ganze Schuh?
  • Sind die Füße trocken und rissig? Sind bereits entzündete Einrisse zu sehen?
  • Ist es zu Blasen oder kleineren Verletzungen gekommen? Sehen Sie Druckstellen oder Rötungen?
  • Haben sich Hühneraugen gebildet?
  • Entwickeln sich starke Hornhautschwielen?
  • Wachsen die Nagelecken ein oder gibt es Anzeichen einer beginnenden Entzündung (Rötung, Schwellung, Eiter)?
  • Verdicken sich die Fußnägel oder sind sie weiß oder gelb verfärbt?
  • Ist die Haut zwischen den Zehen intakt?
  • Gibt es Zeichen für eine Pilzinfektion?

Scheuen Sie sich nicht, auch mit kleinen Verletzungen zum Arzt zu gehen. Spätestens bei Wunden mit geröteter Umgebung, Schwellung, Eiter, Fieber oder neu aufgetretenen Schmerzen benötigen Sie rasch professionelle Hilfe!

Die Fußwäsche

  • Die Füße sollen täglich gewaschen werden.
  • Die Wassertemperatur sollte 37 Grad nicht übersteigen. Überprüfen Sie die Temperatur mit einem Thermometer. Mit zu heißem Wasser können Sie sich die Füße verbrühen.
  • Fußbäder sollen nur 3 Minuten dauern. Längere Fußbäder weichen die Haut auf. Sie wird verletzlich und rissig. Keime und Bakterien können leichter eindringen.
  • Benutzen Sie eine milde Seife: rückfettende Seifen, Kernseife oder grüne Seife. Die beliebten pH-neutralen Seifen trocknen die Haut aus. Wenn Ihre Haut empfindlich ist, kann sie durch parfümierte Seife zusätzlich gereizt werden.
  • Wenn Sie möchten, benutzen Sie einen weichen Waschlappen. Bürsten oder Massagehandschuhe sind ungeeignet, da sie die Haut zu stark aufrauhen. Es kann zur Gewebeschädigung kommen.
  • Trocknen Sie Ihre Füße, besonders zwischen den Zehen, gründlich ab. Bei feuchten Zehenzwischenräumen entsteht leicht Fußpilz.
  • Wenn es Ihnen angenehm ist, cremen Sie anschließend Ihre Füße ein.

Die Pflege der Fußnägel

  • Die Nägel sollen mit der Zehenkuppe gerade abschließen. Sind die Nägel zu kurz, wachsen sie sehr schnell ein.
  • Benutzen Sie zum Kürzen Ihrer Nägel eine Sandfeile oder eine abgerundete Diamantfeile.
  • Mit Scheren, Fußzangen, spitzen Nagelfeilen oder Nagelknipsern können Sie sich leicht verletzen.
  • Feilen Sie niemals zu tief in die Ecken. Die Nägel sollen gerade anstatt rund gefeilt werden mit einer kleinen Abrundung an den Ecken, damit sie nicht seitlich in den benachbarten Zeh stechen.
  • Die Behandlung eingewachsener Fußnägel soll nur vom Fachpersonal (med.Fußpfleger, evt.Chirurg) durchgeführt werden.

Gutes Schuhwerk

  • Die Schuhe sollen Ihren Füßen, einschließlich der Zehen, ausreichend Platz lassen, in der Höhe, Breite und Länge.
  • Bevorzugen Sie weiches Oberleder (Gummi und Plastik begünstige das Entstehen von Fußpilz). Die Schuhsohle soll nicht zu biegsam sein, da sonst Ihr Vorfuß zu stark belastet wird.
  • Die Schuhe sollten seitlich nicht stark verdrehbar sein und guten Halt um die Ferse geben.
  • Der Absatz sollte nicht höher als 5 cm sein, Schuhe ohne Absatz oder mit speziell tiefer Ferse sind oft ungeeignet, da der Vorfuß eventuell zu stark belastet wird.
  • Kontrollieren Sie die Schuhe auf dicke Nähte oder Ösen, sie können Druckstellen verursachen.
  • Die Innensohlen sollten nicht unterbrochen sein.
  • Das Futter soll nicht zerrissen sein.
  • Sandalen sind ungünstig, sie schützen den Fuß nur wenig und sie begünstigen Hornhautbildung an den Fersen. Auch Clogs (Holzpantoffeln) sind ungeeignet. Sie begünstigen ebenfalls eine vermehrte Hornhautbildung an den Fersen, und außerdem kann der Fuß beim Gehen nicht richtig abrollen.
  • Kaufen Sie Ihre Schuhe am späten Nachmittag, meist sind die Füße dann etwas dicker als morgens.
  • Neue Schuhe müssen eingelaufen werden: Tragen Sie sie am Anfang nur eine halbe Stunde.
  • Bevor Sie Ihre Schuhe anziehen, überprüfen Sie sie mit Ihren Händen auf Fremdkörper.

Arbeitsschuhe
Alle genannten Anforderungen gelten selbstverständlich auch für Arbeitsschuhe, die oft unter extremen Belastungen den ganzen Tag getragen werden. Wenn Sie spezielle Fußrisiken haben, kontrollieren Sie so oft wie möglich Ihre Füße und die Schuhe von innen.

Spezialschuhe und orthopädische Schuhe
Hatten Sie bereits einmal ein Fußgeschwür oder treffen andere Risikofaktoren bei Ihnen zu, können besondere Schuhzurichtungen z.B. mit besonderem Fußbett erforderlich sein. Bei ausgeprägten Fußfehlstellungen oder nach Zehenamputationen können auch orthopädische Maßschuhe erforderlich werden, um neue Fußgeschwüre zu vermeiden. In diesem Fall können Sie z.B. Kontakt zu einem Diabeteszentrum mit Fußambulanz in Ihrer nähe aufnehmen. Hier werden in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Orthopädie-Schuhmacher die richtigen Schuhe für Sie entwickelt.

Die Strümpfe

  • Strümpfe sollten Sie täglich wechseln und waschen.
  • Vermeiden Sie Strümpfe mit festem Gummizug. Sie vermindern die Durchblutung und führen zum Anschwellen der Füße.
  • Tragen Sie nur Strümpfe, die keine dicken Nähte haben, es können Druckstellen entstehen.
  • Die Strümpfe sollen richtig passen: wenn sie zu groß sind, legen sie sich in Falten, und es können ebenfalls Druckstellen entstehen.

Fußpflege durch Fachkräfte

Sind Sie selber nicht in der Lage Ihre Füße zu pflegen, suchen Sie sich eine medizinische Fußpflegerin und Informieren Sie sie über Ihren Diabetes. Vielleicht gibt es auch in Ihrem Diabeteszentrum die Möglichkeit einer professionellen Fußpflege. Achten Sie darauf, daß Ihre med. Fußpflegerin mit einem desinfizierten Instrumentensatz arbeitet. Scheuen Sie sich nicht nachzufragen, ob auch mehrere Instrumentensätze vorhanden sind. Dies ist für gut ausgebildete Fußpflegerinnen eine Selbstverständlichkeit.

Fußgymnastik

Täglich durchgeführte Fußgymnastik (Beispielübungen) verbessert die Durchblutung. Die Beweglichkeit der Füße wird verbessert. Dadurch sind Fehlbelastungen wahrscheinlich vermeidbar oder hinauszuzögern.

Was tun ... ?

Was tun - bei trockener Haut ?

Cremen Sie trockene, spröde oder rissige Haut mit einer Fettcreme ein. Ader bitte nicht zwischen den Zehen! Da die Fettcreme dort schlecht einzieht, besteht die Gefahr, daß die Haut aufweicht. Sie bildet dann einen guten Nährboden für Keime und Bakterien. Empfehlenswert sind insbesondere Cremes, mit hohem Fett- und relativ geringem Wasseranteil, ohne Konservierungsstoffe, ohne Duftstoffe und ohne Emulgatoren.

Was tun - bei schweißiger Haut ?

Wenn Ihre Füße leicht schwitzen, ist es wichtig, ein Aufweichen der Haut zu verhindern. Waschen Sie wenn möglich Ihre Füße mehrmals täglich und wechseln Sie gleichzeitig die Strümpfe. Benutzen Sie keine aggressiven Produkte, wie z.B. Talkum, Puder, anregende Fußsprays oder Deodorants, sie können die Haut reizen.

Was tun - bei Hornhaut ?

  • Die Hornhaut soll entfernt werden, da sie auf gesundes Gewebe drückt und reibt. Dadurch können zwischen dem gesunden Gewebe und der Hornhaut Blasen entstehen. Hornhaut wird mit der Zeit rissig, so können Keime und Bakterien in das Innere des Fußes eindringen und Entzündungen hervorrufen.
  • Am besten geeignet für die Hornhautentfernung ist der Bimsstein (anfeuchten), eine feine Feile (trocken anwenden) oder ein batteriebetriebenes (Hornhaut-)Schleifgerät. Benutzen Sie künstliche Bimssteine besonders vorsichtig, durch ihre grobe Struktur kann man die Haut verletzen.
  • Benutzen Sie den Bimsstein bei jeder Fußwäsche. So können Sie vorhandene Hornhaut entfernen und verhindern deren Neuentstehung.
  • Vermeiden Sie Rasierklingen, Hornhautraspeln, Hornhauthobel, rauhe oder grobe Feilen, die Verletzungsgefahr ist zu groß.
  • Anschließend wird die Haut mit einer fetthaltigen Creme gepflegt, um die Füße geschmeidig zu halten.
  • Verdickte Hornhaut ist immer Folge von Druck. Forschen Sie nach der Ursache! Tragen Sie keine drückenden Schuhe. Bei Fußfehlformen benötigen Sie vielleicht spezielle Schuhzurichtungen. Hier kann die diabetologische Fußambulanz helfen.

Was tun - bei Hühneraugen ?

  • Hühneraugen sind immer Folge von Druck. Forschen Sie nach der Ursache! Tragen Sie keine zu engen Schuhe.
  • Am besten geeignet für die Hühneraugenentfernung ist der Bimsstein. Entfernen Sie bei der Fußwäsche vorsichtig die "Hornhaut" um das Hühnerauge herum mit dem Bimsstein. Der Kern wird sich nach einiger Zeit heben, haben Sie Geduld!
  • Benutzen Sie keine Hühneraugentinktur oder Hühneraugenpflaster, sie enthalten stark ätzende Substanzen, die auch gesunde Haut angreifen. Wegen der Verletzungsgefahr sind auch Scheren, Pinzetten und Rasierklingen ungeeignet. Benutzen Sie keine Druckstellenpflaster oder Ballenpolster, es können neue Druckstellen entstehen.
  • Durch eine medizinische Fußpflegerin wird Ihr Hühnerauge professionell entfernt.

Was tun - bei kalten Füßen ?

  • Haben Sie kalte Füße? Dann können Sie warme Wollsocken tragen (z.B. auch nachts im Bett).
  • Wärmen Sie niemals Ihre Füße in zu heißem Wasser, an der Heizung, dem Kamin, mit einer Heizdecke oder einem Heizkissen, mit einer Wärmflasche oder im Backofen. Sie riskieren Verbrennungen.
  • Regelmäßige Fußgymnastik hilft gegen kalte Füße und verbessert die Durchblutung.
  • Rauchen Sie? Wie Sie wissen, vermindert Rauchen die Durchblutung Ihrer Füße. Können Sie aufhören?

Was tun - im Urlaub ?

  • Packen Sie alle benötigten Utensilien ein: Seife, weiche Waschlappen und Handtücher, Bimsstein, Nagelfeile, Thermometer, Pflaster, Verbandszeug und farbloses Desinfektionsmittel.
  • Gehen Sie, wenn Sie Empfindungsstörungen an den Füßen haben, nicht barfuß. Tragen Sie am Strand Badeschuhe, um Verletzungen zu vermeiden.
  • Schützen Sie Ihre Füße vor Sonnenbrand. Wenn Sie gerne Wandern, müssen auch die Wanderschuhe eingetragen sein.

Was tun - bei Fußpilz ?

  • Fußpilz entsteht leicht zwischen den Zehen, die Haut ist gerötet, näßt, juckt, und es bilden sich kleine Hautschuppen. Ziehen Sie nicht die Hautschuppen ab, Sie können leicht die gesunde Haut einreißen.
  • Durch einen "harmlosen" Fußpilz können größere Infektionen entstehen.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt ein Medikament gegen Fußpilz (antimykotisches Spray, Flüssigkeit oder Salbe) verschreiben und behandeln Sie den Fußpilz nach Vorschrift.
  • Wechseln Sie täglich das Handtuch und die Strümpfe, und kochen Sie sie (das geht nur mit Baumwollstrümpfen). Auch Ihre Schuhe sollten desinfiziert werden.
  • Wenn Sie den Fußpilz nicht mehr sehen, sollten Sie die Behandlung noch ca. 4 Wochen weiterführen, um auch die Sporen zu vernichten.

Was tun - bei Nagelbettentzündungen ?

Häufig führen tief und rund abgeschnittene Nagelecken zu immer wiederkehrenden Nagelbettentzündungen Hier kann die medizinische Fußpflege helfen. Haben Sie Nervenschäden, lassen Sie sich auf keinen Fall Spangen auf die Fußnägel setzen. Die Folge sind Druckschäden, die Sie zu spät bemerken. Wenn Ihre Durchblutung völlig normal ist, kann in manchen Fällen auch ein chirurgischer Eingriff in das Nagelbett Abhilfe schaffen.

Was tun - schlecht heilenden Wunden und Fußgeschwüren ?

Auch wenn es nicht wehtut, brauchen Sie jetzt unbedingt einen Arzt. Der normalerweise vorhandene Schmerz kann aufgrund einer Nervenschädigung fehlen.

Alarmzeichen bei Verschlechterung:

  • Ist eine Nervenschädigung bekannt, und haben Sie, anders als sonst, plötzlich doch Schmerzen im Wundbereich, zeigt dies meistens eine tiefe Entzündung evtl. mit Knochenbeteiligung an.
  • Nimmt die Rötung und Schwellung zu, geht sie über den Wundbereich hinaus?
  • Können Sie eine Zunahme der Entzündungsflüssigkeit feststellen, oder handelt es sich bereits um Eiter?
  • Riecht die Wunde zunehmend unangenehm?
  • Haben Sie Fieber oder sind die Lymphknoten in Ihrer Leiste geschwollen?

Selbst bei Durchblutungsstörungen dürfen Sie jetzt auf keinen Fall Ihr "Gehtraining" fortsetzen! Ihr Arzt wird Ihnen jetzt eine absolute Druckentlastung vorschlagen.

Dies kann bedeuten:

  • Bettruhe zu Hause oder in der Klinik,
  • vorübergehende Rollstuhlversorgung,
  • oder besonders druckentlastendes Schuhwerk, je nach Ihren individuellen Möglichkeiten und den Erfordernissen, die sich aus Ihrer entzündeten Wunde ergeben.

Außerdem wird meistens eine Antibiotikatherapie notwendig, um die Infektion zu bekämpfen. Druckentlastung, Ruhigstellung des Wundbereiches sowie Behandlung der Infektion sind erforderlich, um ein Fortschreiten des "Gewebebrandes", die Entwicklung einer "diabetischen Gangrän", zu verhindern. Diese Komplikation kann sich auch bei zuvor normaler Durchblutung entwickeln, wenn Sie falsch behandelt werden. Aber selbst wenn Durchblutungsstörungen der Beine bekannt sind und sich Ihr Fußbefund verschlechtert, sollte heute immer abgeklärt werden, ob durch operative oder radiologische Maßnahmen (Bypass-Operation und Angioplastie) eine Amputation nicht doch noch zu umgehen ist. Wenn allein Nervenschäden vorliegen ohne zusätzliche Durchblutungsstörungen, ist bei rechtzeitiger Behandlung eine Amputation fast immer vermeidbar! Ist bereits Gewebe abgestorben, was Sie an einer Schwarzfärbung erkennen können, müssen die "Nekrosen" chirurgisch entfernt werden. (Aber: nicht jede Blutblase ist eine diabetische Gangrän!)

Wußten Sie, ... ?:

  • daß das Amputationsrisiko für Diabetiker heute noch um das bis zu 40-fache erhöht ist?
  • daß zur Zeit etwa noch jeder 10. Diabetiker irgendwann einmal ernste Fußprobleme entwickelt?
  • daß gegenwärtig fast jeder 4. Diabetiker zumindestens anfällig ist für ein Fußleiden?
  • daß in diesem Moment wahrscheinlich jeder 25. Diabetiker eine Fußwunde oder Fußverletzung hat, die ärztlich noch nicht richtig versorgt ist?
  • daß höchstens bei jedem 10. Diabetiker die Füße regelmäßig untersucht werden?
  • daß nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heute schon jede 2. Amputation vermeidbar ist?
  • daß dieses Ziel in diabetologischen Fußzentren bereits erreicht werden konnte?
  • daß es heute fast 300 anerkannte Schulungszentren für Diabetiker in Deutschland gibt und viele davon Fußsprechstunden und Fuß-Ambulanzen anbieten?

Wer kann mir bei Fußproblemen helfen ?

Deutscher Diabetiker Bund e.V. (DDB)
auf Bundesebene:
Bundesgeschäftsstelle
Goethestraße 27
34119 Kassel
Tel.: 0561 / 703 477 0
Fax: 0561 / 703 477 1

Vermittelt Ihnen die Anschriften der Landesverbände, die in Ihrer Nähe Ärzte, Kliniken und Ambulanzen kennen. Es werden Fortbildungsveranstaltungen für Diabetiker organisiert und der Gedankenaustausch zwischen Betroffenen vermittelt und gefördert.

in Hamburg und Umgebung:
Deutscher Diabetiker Bund Landesverband Hamburg e.V.

Fußambulanzen Koordinationsbüro Düsseldorf
c/o Prof. Ernst Chantelau
MNR Klinik
Postfach 10 10 07
Düsseldorf
Tel.: 0211 / 3118692
Fax: 0211 / 3118772

Kennt Adressen aller diabetologischen Fußambulanzen, Diabeteszentren und Fachkliniken.

Verband der Diabetes-Berater-/innen in Deutschland e.V. (VDBD)
Geschäftsstelle
Ziethener Straße 30
23909 Ratzeburg

Tel./Fax: 04541 / 89 82 52

Ihre Ansprechpartnerin:
Frau Berit Wittfoht
E-Mail: wittfoht@vdbd.de

Hilft bei Informationsproblemen und kennt "alle Adressen".

Zentralverband der med. Fußpfleger / Podologen Deutschland e.V. (ZFD)
Hauptgeschäftsstelle
Schaumburgstr. 14 -16
45657 Recklinghausen

Tel.: 02361 / 18 59 60
Fax: 02361 / 18 59 61
E-Mail: info@zfd.de

Ihre Ansprechpartnerin:
Frau Bärbel Feyrer
Montags - Freitags 10:00 Uhr - 14:00 Uhr

Vermittelt Ihnen die Anschriften der Landesverbände, die in Ihrer Nähe ausgebildete, speziell auch diabetologische Fußpfleger kennen.

Verband der Podologen e.V. (VdP)
Bundesgeschäftsstelle
Beckersgraben 1 c,
36251 Bad Hersfeld

Tel. 06621 / 79 91 497
Fax: 06621 / 67 44 0
E-Mail: Information@Verband-der-Podologen.de

Vermittelt Ihnen die Anschriften der Podologen in Ihrer Nähe Podologenliste@Verband-der-Podologen.de.

Deutscher Podologen Verband e.V. (DPV)
Kilianstr. 69
33142 Büren

Tel: 02951 / 932 500
Fax: 02951 / 933 251

E-Mail: info@podologen.de

Vermittelt Ihnen die Anschriften der Landesverbände, die in Ihrer Nähe ausgebildete, speziell auch diabetologische Podologen kennen.

 

 

Autor:
Reinhard Stender
Webmaster und Online-Redakteur
Deutscher Diabetiker Bund Landesverband Hamburg e.V.
E-Mail: reinhard.stender@diabetikerbund-hamburg.de

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