Disease-Management-Programm für Typ-2-Diabetiker - Unsere Stellungnahme
Sprechen Sie jetzt Ihren Arzt an!
Seit Herbst 2003 bieten die gesetzlichen Krankenkassen strukturierte Behandlungsprogramme (sogenannte Disease-Management-Programme - DMP) für Typ-2-Diabetiker an. Ausgearbeitet wurden diese Programme in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit, den Krankenkassenverbänden, den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Verbänden der Ärzte. Auch der Deutsche Diabetiker Bund wurde als Vertreter der Patienteninteressen hierzu gehört.
Warum ein Behandlungsprogramm?
Trotz aller bisherigen Bemühungen ist es in Deutschland bislang nicht gelungen, das Fortschreiten der Begleit- und Folgeerkrankungen bei Diabetikern maßgeblich zu senken. So werden jedes Jahr ca. 30.000 Amputationen bei Diabetikern durchgeführt und Tausende von Nierenversagen und Erblindungen sind auf den Diabetes mellitus zurückzuführen.
Ziel dieses Programms ist es, die Behandlungsqualität bei Typ-2-Diabetikern gemäß festgelegten medizinischen Leitlinien zu steigern. Begleit- und Folgeerkrankungen sollen frühzeitig erkannt und deren Fortschreiten gezielt und nach dem neuesten Stand der Wissenschaft sicher verhindert werden.
Erreicht werden soll dieses Ziel durch eine Kombination von regelmäßigen Untersuchungen, sowie Schulungen und Beratungen der Patienten und Ärzte im Zusammenhang mit Behandlungs- und Ernährungsfragen. Dieses vielfältige Angebot soll es Ihnen ermöglichen, Ihre Krankheit besser zu verstehen und sich aktiv an der Behandlung zu beteiligen. Gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt setzen Sie sich ganz persönliche Ziele und beeinflussen so maßgeblich den Verlauf Ihrer Krankheit mit. Ihre Rolle in der Behandlung Ihres Diabetes wird so entscheidend aufgewertet.
Wer ist Ansprechpartner?
Bei Typ-2-Diabetikern soll die hausärztliche Behandlung im Vordergrund stehen. Sprechen Sie Ihren Hausarzt an, wenn Sie sich für das neue Disease-Management-Programm interessieren. Gemeinsam mit Ihrem Arzt können Sie die Einschreibunterlagen ausfüllen. Ihr Arzt wird dann die weiteren Schritte einleiten. Wenn Ihr Arzt nicht am DMP teilnehmen möchte, kann Ihnen Ihre Krankenkasse andere Ärzte nennen, die sich bereits vertraglich zu den hohen Qualitätsregeln der neuen Behandlung verpflichtet haben.
Der Arzt Ihres Vertrauens stellt dann auch weiterhin die für Sie richtige Behandlung sicher. Als Koordinator wird er Sie regelmäßig zu den verschiedenen Spezialisten wie zum Beispiel zum Augenarzt oder - bei Bedarf - auch zu einer Diabetologischen Schwerpunktpraxis zur Mitbehandlung überweisen.
Wenn Sie bereits in einer Diabetologischen Schwerpunktpraxis direkt behandelt werden, können Sie sich selbstverständlich auch dort in das DMP einschreiben. Dann übernimmt Ihr Diabetologe die Rolle Ihres koordinierenden Arztes.
Wem nützt dieses Programm?
Dem Patienten - also Ihnen -, denn ...
alle teilnehmenden Typ-2-Diabetiker profitieren von der qualitätsgesicherten Behandlung ihres Diabetes. Ihr koordinierender Arzt verpflichtet sich, sein diabetesbezogenes Wissen durch jährliche Weiterbildungsmaßnahmen stets auf dem aktuellen Stand zu halten. Damit auch Sie immer über den Stand Ihrer Diabetesbehandlung informiert sind, erhalten Sie Kopien aller Dokumentationsbögen für Ihre Unterlagen.
Dem behandelnden Arzt, denn ...
die eingeschriebenen Ärzte bekommen ihre Untersuchungen und Behandlungen betraglich höher honoriert.
Den Krankenkassen, denn ...
die Krankenkassen erhalten für jedes eingeschriebene Mitglied einen höheren Betrag als bisher aus dem Topf des "Risiko-Struktur-Ausgleiches" zurück. Dadurch sollen die Krankenkassen von den zum Teil höheren Behandlungskosten bei Diabetikern entlastet werden.
Allen "Gesunden", denn ...
letztlich wird bei einem Erfolg dieser Behandlungsprogramme für Typ-2-Diabetiker auch die gesamte Solidargemeinschaft der gesetzlichen Krankenversicherung profitieren. Es besteht nunmehr erstmals eine realistische Chance, die Zahlen für Amputationen, Nierenversagen und Erblindungen aufgrund des Diabetes mellitus zu senken. Folgt der Früherkennung von gesundheitlichen Risiken eine konsequente Behandlung, können die Kosten im Gesundheitswesen tatsächlich stark gesenkt werden.
Was ist für mich das Beste?
Der Deutsche Diabetiker Bund Landesverband Hamburg e.V. empfiehlt allen Typ-2-Diabetikern in Hamburg und Umgebung die Teilnahme am Disease-Management-Programm für Typ-2-Diabetiker.
Im Zuge der strukturierten Behandlung Ihres Diabetes können natürlich auch Fragen aufkommen wie zum Beispiel:
- Woher weiß ich, dass mein Hausarzt alles richtig macht?
- Wer überprüft die Behandlungsqualität?
- Kann ich eine Überweisung erhalten, wenn ich mit der Behandlung nicht einverstanden bin?
- Habe ich Nachteile, wenn ich nicht am DMP teilnehmen möchte?
Zur Beantwortung dieser und anderer Fragen haben wir für Sie einen kleinen Fragen- und Antworten-Katalog entwickelt, der Ihnen als Leitfaden für die Behandlung Ihres Diabetes dienen soll.
Dieser Text als Adobe-PDF:
Disease-Management-Programm für Typ-2-Diabetiker - Unsere Stellungnahme
(PDF-Dokument, 88 KB)
Autor:
Reinhard Stender
Webmaster und Online-Redakteur
Deutscher Diabetiker Bund Landesverband Hamburg e.V.
E-Mail:
reinhard.stender@diabetikerbund-hamburg.de






