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Pilotprojekt zur Integrierten Versorgung beim diabetischen Fußsyndrom

Das integrierte Versorgungsprojekt beim diabetischen Fußsyndrom mit Wunden bei chronischen Unterschenkelgeschwüren

Das integrierte Versorgungsprojekt beim diabetischen Fußsyndrom mit Wunden bei chronischen Unterschenkelgeschwüren.

Deutschland – Entwicklungsland? Bei jährlich ca. 40.000 Diabetes bedingten Amputationen bundesweit führt Deutschland im europäischen Vergleich die Spitze mit an. Diabetiker haben immer noch ein um bis zu 50fach erhöhtes Amputationsrisiko gegenüber Nichtdiabetikern. Damit hat die St.-Vinzent-Deklaration aus dem Jahr 1989 bis heute nichts an Aktualität eingebüßt. In ihr wurde die Minderung von 50% der durch Diabetes bedingten Amputationen als Ziel festgeschrieben.

Durch wenige spezialisierte Krankenhäuser und durch Schwerpunktpraxen mit zertifizierten Fußambulanzen ist in den vergangenen Jahren bereits ein leichter Rückgang von Amputationen erreicht worden. Für eine flächendeckende Versorgung fehlen aber bundesweit noch übergreifende Versorgungsstrukturen und spezialisierte Kliniken.

In vielen Krankenhäusern scheinen Amputationen immer noch der schnellere und damit auch der wirtschaftlichere Weg für das Krankenhaus zu sein. Diese müssen durch die Fallpauschalen scharf kalkulieren, also die Verweildauer der Patienten kürzen (Wille des Gesetzgebers / Gesundheitsreform 2004).

Dass es auch andere - patientenfreundlichere - Wege gibt, zeigt ein in Hamburg laufendes Versorgungsprojekt. Eine vertraglich fixierte Versorgung zur Behandlung des diabetischen Fußsyndrom's - mit Wunden bei chronischen Unterschenkelgeschwüren - zwischen der Barmer Ersatzkasse, der Techniker Krankenkasse und den Krankenhäusern Asklepios Westklinikum Hamburg Rissen und dem Bethanien Krankenhaus im Klinikum-Bethanien Hamburg. Die Vertragsverhandlungen führte Dr. med. W. Tigges, Chefarzt der Chirurgie / Gefäßchirurg im Asklepios Westklinikum Hamburg Rissen und Vorsitzender des Wundzentrum Hamburg.

Es besteht nunmehr ein Vertrag zur strukturierten Behandlung des diabetischen Fußsyndrom's. Die im Detail festgelegten Behandlungsmodule sind bindend für die daran teilnehmenden Spezialisten und Fachkräfte (integrierten Versorgungssprechstunde, Hausarzt, Pflegedienst etc.) Einzelne Behandlungsschritte müssen dokumentiert und vom Patienten abgezeichnet werden. Für Pflegedienste sind 1 bis 2 Wundmanager mit Zertifizierung durch das Wundzentrum Hamburg erforderlich. (Gerade für ältere morbide oder multimorbide Patienten von großem Vorteil)

Dieses Vertragswerk will eine hoch qualifizierte Versorgung durch alle Behandlungsebenen sicher stellen. Falsche und fahrlässige oder oberflächliche Behandlungsformen sind damit nahezu ausgeschlossen.

Aus Patientensicht - ein Projekt, das eigentlich Schule machen sollte!"

 

Autor:
Monika Blazejewski
2. Vorsitzende
Deutscher Diabetiker Bund Landesverband Hamburg e.V.
webmaster@diabetikerbund-hamburg.de

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