Netzwerk Diabetischer Fuß in Hamburg 1999
Hamburger Gesellschaft für Diabetes e.V. ruft zur Zusammenarbeit auf.
Grundstein für Netzwerk Diabetischer Fuß in Hamburg gelegt.
Vertreter der Fachdisziplinen, die an der Versorgung von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom beteiligt sind, haben am 8. Dezember 1999 in Hamburg das Projekt "Netzwerk Diabetischer Fuß" ins Leben gerufen. Ziel des Forums ist es, die Versorgungsstrukturen für Patienten mit diabetischem Fußsyndrom in der Region Hamburg zu eruieren und zu verbessern. Von zentraler Bedeutung sind dabei die Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit sowie die Entwicklung einheitlicher Qualitätsstandards für Diagnostik und Therapie. Diese Gründungsveranstaltung wurde durch das Unternehmen Janssen-Cilag, Neuss, unterstützt.
Bei etwa der Hälfte der in Deutschland lebenden 4 Mio. Diabetiker besteht das Risiko, ein diabetisches Fußsyndrom zu entwickeln, wobei ca. 120.000 tatsächlich daran erkranken. So beschrieb Dr. Hans-Ulrich Clever, Oberarzt am Krankenhaus Bethanien und Sprecher des Ausschusses Diabetischer Fuß der Hamburger Gesellschaft für Diabetes, die Epidemiologie des Diabetischen Fußsyndroms. Krankheitsursachen, Diagnostik und Therapie des diabetischen Fußsyndroms sind vielschichtig, und die Gefahr an Folgekomplikationen zu erkranken ist sehr hoch. Etwa 22.000 Amputationen pro Jahr, die in Deutschland aufgrund eines diabetischen Fußsyndroms durchgeführt werden, indizieren akuten Handlungsbedarf. Jede weitere Amputation ist dabei vermeidbar.
Eine Reduktion der Amputationsrate erfordert eine enge Kooperation unterschiedlichster Disziplinen. Etwa 50 interessierte Hamburger Hausärzte, Diabetologen, Chirurgen, Gefäßchirurgen, plastische Chirurgen, Radiologen, Hautärzte, Orthopäden, sowie orthopädische Schuhmacher und Pflegepersonal aus klinischen und ambulanten Versorgungseinrichtungen für Diabetiker folgten der Einladung zu einem ersten regionalen Austausch. Im Vordergrund der Veranstaltung "Netzwerk Diabetischer Fuß – Utopie oder Notwendigkeit?" stand das gegenseitige Kennenlernen sowie die angeregte Diskussion über Ziele und Bedürfnisse der Kooperationspartner.
"Ein Netzwerk besteht aus Maschen, nicht aus Löchern".
Erste beschlossene Maßnahmen sind bereits in der Umsetzung: Eine für das Ende des 4. Quartals 1999 angesetzte Erhebung erfaßt Ansprechpartner, Leistungen und Kapazitäten der bestehenden Hamburger Versorgungseinrichtungen, die sich an dem Netzwerk Diabetischer Fuß beteiligen wollen. Ein Screening- und Diagnosebogen zur einheitlichen Befunddokumentation wurde einstimmig angenommen. Er soll die Kommunikationswege zwischen den Ärzten verkürzen und die Behandlung transparenter gestalten. Weiterhin ist geplant, den Fortbildungsbedarf in der Hamburger Region festzustellen, um Fehlentscheidungen vorzubeugen sowie Problembewußtsein bei den zuständigen Ärzten, Patienten und Kostenträgern zu fördern.
Grundlage für den Bestand des Netzwerkes soll ein regelmäßiger zunächst vierteljährlich stattfindender Erfahrungsaustausch sein. "Ein Netzwerk besteht aus Maschen, nicht aus Löchern", unterstrich Clever den Bedarf an Kommunikation zwischen den einzelnen Versorgungseinrichtungen. Ein vielversprechender Anfang in Hamburg ist gemacht.
Kontakt:
Netzwerk Diabetischer Fuß Hamburg
c/o Krankenhaus Bethanien
Martinistraße 44 – 46
20251 Hamburg
Tel: 040 / 40 46 68-100
Fax: 040/ 40 46 68-339
E-Mail: Diabetes.Stoffwechsel@kh-bethanien-hh.de,
Internet: www.NetzwerkDiabetischerFussHamburg.de.
Autor:
Reinhard Stender
Webmaster und Online-Redakteur
Deutscher Diabetiker Bund Landesverband Hamburg e.V.
E-Mail:
reinhard.stender@diabetikerbund-hamburg.de






