Netzwerk Diabetischer Fuß in Hamburg 2003
Rede von Gert Henning, 1. Vorsitzender des Deutschen Diabetiker Bund Landesverbandes Hamburg (DDB), anlässlich der 3. Interdisziplinären Jahrestagung des "Netzwerkes Diabetischer Fuß" am 12.02.2003 im Hotel Hafen Hamburg.
Sehr geehrte Damen und Herren,
als ich gebeten wurde dieses Schlusswort zu überbringen, war mir anfangs nicht ganz klar, was ich als Interessenvertreter der Betroffenen, nach diesen geballten Fachvorträgen, nun meinerseits sagen soll. Nach einigem Überlegen bin ich zur Überzeugung gekommen, dass ich an dieser Stelle, stellvertretend für die vielen Betroffenen die dies nicht können, Dank abstatten möchte.
Dank an Sie, die diese Arbeit tagtäglich verrichten. Sie ist eine notwendige, bestimmt aber nicht immer leichte und angenehme Arbeit.
Dank für die Bemühungen, die häufig nicht sehr kooperativen Betroffenen immer wieder neu zu behandeln, wohlwissend, dass bei Einigen alle Liebesmühe umsonst sein wird.
Danke für Ihre Bemühungen, die Betroffenen zur Mitarbeit, zum pfleglicheren Umgang mit Ihren Füssen zu animieren, um am Ende doch vor dem "Scherbenhaufen" einer eventuellen Amputation zu stehen.
Meine Damen und Herren, ich könnte gut verstehen, wenn Sie oft den Sinn in Ihrer Tätigkeit vermissen würden. Aber da ist die Gewissheit, dass jede vermiedene Amputation, jeder wiederhergestellte Fuß bedeutet: Verminderung des Leids, Steigerung des Lebenswertes bei jedem einzelnen Betroffenen!
Es gibt noch immer weit über 28.000 Amputationen jährlich in Deutschland. Eine Zahl, die nicht annähernd dem Ziel der 1989 beschlossenen St. Vincent Deklaration entspricht (Verminderung der Zahl der Amputation, die durch Diabetes verursacht sind, um mindestens die Hälfte) und die uns überhaupt nicht zufrieden stellen kann.
Natürlich sind viele Diabetiker an dem Zustand Ihrer Füße Mitschuld, klar kann man einwenden, dass bei besserer Pflege, bei besserer Kontrolle viele Probleme erst gar nicht entstehen würden.
Wir sollten allerdings nicht vergessen, dass häufig ältere und nicht mehr so bewegliche Menschen befallen werden und Diabetes erstens nicht weh tut und zweitens eine chronische Krankheit ist, mit der man immer leben muss und die man doch ab und zu mal in die Ecke stellen und, zumindest eine Zeit lang, nicht sehen möchte.
Glaubens Sie mir, meine Damen und Herren, ich weiß wovon ich da spreche!
Da wir wissen, dass Sie immer wieder nach den Grundsätzen Ihres Eides helfen, ist klar, dass wir Betroffenen auch etwas tun müssen um Ihnen bei der Hilfe von uns beizustehen:
Der Deutsche Diabetiker Bund hat deshalb seinen 10. Hamburger Diabetikertag, welcher am 05.04.2003 im CCH stattfindet, unter das Motto "Mit Diabetes unterwegs" gestellt und ein Teil der Fachvorträge und der Ausstellungsinhalte wird sich mit dem Problem „Füße“ befassen.
So möchte ich hier auf Dr. Hans-Ulrich Clever verweisen, der den Vortrag "... unterwegs auf gesunden Füßen" halten wird.
Der Deutsche Diabetiker Bund arbeitet, soweit dies mit ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern - die voll berufstätig sind - machbar ist, in vielen Arbeitsgemeinschaften und Gremien, die sich mit Diabetes befassen, mit, wie auch hier im "Netzwerk diabetischer Fuß". Leider sind wir, trotzt ständig steigender Diabetikerzahlen, immer noch zu wenige aktive Mitglieder.
Lassen Sie mich an dieser Stelle auf eine Informationsveranstaltung für Patienten und Angehörige verweisen, welche morgen, am Donnerstag, den 13.02.2003 stattfindet:
Dort wird ab 9.00 Uhr, im Speisesaal bzw. Tagungsraum des Bethanien-Krankenhauses, eine ganze Anzahl von Kurzvorträgen gehalten und anschließend, ab 10.00 Uhr, eine Podiumsdiskussion veranstaltet, welche von Herrn Seguin vom NDR moderiert wird.
Des Weiteren werden am Nachmittag zahlreiche Vorträge und Demonstrationen in den verschiedensten Krankenhäusern, diabetologischen Schwerpunktpraxen und sonstigen Einrichtungen abgehalten.
Diese kann ich hier nicht alles aufführen, aber ich glaube am Ausgang liegen nachher noch Flyer mit den Adressen aus.
Meine Damen und Herren, am Ende dieses kleinen Grußwortes möchte ich nochmals auf den Dank zurückkommen. Den Dank, welchen ich im Namen der Betroffenen an Sie abstatten möchte.
Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass alle Betroffenen dankbar sind und mehr auf ihre Füße achten wollen aber ich persönlich möchte mich für Ihre Arbeit bedanken und verspreche, immer ein wachsames Auge auf meine Füße zu haben.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Kontakt:
Netzwerk Diabetischer Fuß Hamburg
c/o Krankenhaus Bethanien
Martinistraße 44 – 46
20251 Hamburg
Tel: 040 / 40 46 68-100
Fax: 040/ 40 46 68-339
E-Mail: Diabetes.Stoffwechsel@kh-bethanien-hh.de,
Internet: www.NetzwerkDiabetischerFussHamburg.de.
Autor:
Gert Henning
ehem. 1. Vorsitzender
Deutscher Diabetiker Bund Landesverband Hamburg e.V.
webmaster@diabetikerbund-hamburg.de






