Begrüßungsansprache des 1. Vorsitzenden Gert Henning
Am 01.04.2001 fand im Congress-Centrum Hamburg (CCH) der 9. Hamburger Diabetikertag unter dem Motto "Diabetes - alles Einstellungssache" statt.
Es folgt der Text der Begrüßungsansprache von Gert Henning (1. Vorsitzender des Deutschen Diabetiker Bundes Landesverband Hamburg e.V.):
Frau Senatorin,
meine Damen und Herren,
liebe Mitglieder des DDB,
ich darf sie alle recht herzlich zum 9. Hamburger Diabetikertag willkommen heißen. Viele ehrenamtliche Mitarbeiter haben sehr viel Freizeit geopfert um diesen Diabetikertag auf die Beine zu stellen. Ihnen sei an dieser Stelle mein herzlicher Dank ausgesprochen.
Wie Sie höchstwahrscheinlich schon gesehen haben, wurde eine Industrieausstellung organisiert, ein Augenmobil der Fa. Roche Diagnostics steht vor dem CCH, in welchem sie sich, gegen einen geringen Kostenbeitrag, Ihren Augenhintergrund von Ärzten untersuchen lassen können und nicht zuletzt konnten wir vier hochwertige Referenten gewinnen, die anschließend zu den verschiedensten Themen um den Diabetes vortragen werden.
Am Stand des Deutschen Diabetiker Bundes erfahren Sie Antworten auf all Ihre Fragen rund um den Diabetes. Wir haben zu allen Problemfeldern Broschüren ausgelegt und können mit Adressen oder anderen Hilfestellungen aufwarten. Außerdem haben wir nebenher eine Sammelkasse aufgestellt, um die "magische Mark" einzusammeln. Hier bitten wir um eine Geldspende, damit der sogenannten dritten- und vierten Welt dringend benötigtes Insulin zukommen kann. Es wäre schön wenn sie dazu beitragen den betroffenen Menschen in diesen Regionen zu helfen.
Ich möchte nicht versäumen auch den Stand der Schwerpunktpraxen zu erwähnen, an welchem über die dort geleistete wertvolle Arbeit berichtet wird.
Dafür auch von dieser Stelle unseren Dank.
Meine Damen und Herren, ein großes Problem bildet noch immer die Schulung der Diabetiker. Während Typ 1 Diabetiker zu ca. 75% eine gute Schulung erhalten haben, wird die große Zahl der Typ 2 Diabetiker, die ja immerhin über 90% aller Diabetiker ausmachen, erst zu ca. 25% geschult, was natürlich bei weitem nicht ausreicht.
Hier muß endlich ein Umdenken bei Politikern und Krankenkassen und allen Entscheidungsträgern beginnen, um die teuren und mit unendlichem Leid einhergehenden Spätfolgen des Diabetes abzumildern.
In Hamburg bewegt sich in der "Diabetikerszene" einiges. Um nur einen Punkt zu nennen: Der Deutsche Diabetiker Bund Landesverband Hamburg arbeitet im "Netzwerk diabetischer Fuß", ein von der "Hamburger Gesellschaft für Diabetes e.V." ins leben gerufenes Programm, mit. Dies ist ein Programm, das die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Chirurgen, Gefäßchirurgen, Therapeuten, Orthopäden, therapeutischen Schuhmachern und vielen anderen anstrebt, die sich zum Ziel gesetzt haben, die ca. 25.000 Amputationen im Jahr drastisch zu reduzieren. Durch diese Interdisziplinäre Vorgehensweise können und konnten in einigen Kliniken, die speziell mit dieser Methode arbeiten, die Amputationen um 50% gesenkt werden.
Wenn das kein Anlaß zur Übernahme dieser Methode für viele andere Kliniken ist und vor allen Dingen, wenn da nicht die Entscheidungsträger mitziehen und einsehen, daß das dafür ausgegebene Geld richtig angewandt wird, dann weiß ich nicht was man noch tun kann.
Was man auf jeden Fall tun sollte ist, als Diabetiker - und auch als betroffener Angehöriger - in unseren Deutschen Diabetiker Bund eintreten. Wir sind die Betroffenenvertretung für sie und wir brauchen eine große Zahl von Mitgliedern, um in allen Bereichen unserer Gesellschaft gehört zu werden.
Es gibt in Deutschland mittlerweile ca. 6 Millionen Diabetiker, eine Anzahl die größer ist als die FDP Wähler hat ! Da muß es doch möglich sein eine schlagkräftige Organisation aufzubauen die gehört wird, an der man nicht einfach vorbei entscheiden kann!
Wir, meine Damen und Herren, die Betroffenen und deren Angehörige sind es, die entscheiden ob und welche Verbesserungen in der Diabetestherapie angewandt werden und welche evtl. als zu teuer uns nicht zu gute kommen.
Wir 6 Millionen und deren Angehörige haben diese große Zahl an Wählerstimmen und müssen sie zu unser aller Segen nur gezielt einsetzen.
Nun, zum Schluß meiner kleinen Ansprache, möchte ich es olympisch sagen: "Ich erkläre hiermit den 9. Hamburger Diabetikertag für eröffnet" und Wünsche Ihnen viel Freude und viele neue Erkenntnisse um letztlich Ihren Diabetes gut "im Griff" zu haben.
Ich danke Ihnen Frau Gesundheitssenatorin, daß Sie auch dieses Jahr wieder die Schirmherrschaft über den Diabetikertag übernommen haben und übergebe Ihnen hiermit das Wort.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Autor:
Gert Henning
ehem. 1. Vorsitzender
Deutscher Diabetiker Bund Landesverband Hamburg e.V.
webmaster@diabetikerbund-hamburg.de






