Kampf gegen den Zucker: Frankreich vorn

Kampf gegen den Zucker: Frankreich vorn

Julia Klöckner lehnt eine Nährwertkennzeichnung für Lebensmittel in den Ampelfarben Rot, Gelb und Grün in Deutschland kategorisch ab. Das stifte nur Verwirrung, sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Offenbar nicht in Frankreich, Belgien und Spanien. Dort funktioniert diese „Ampel“ hervorragend. Als vorbildlich gilt dabei – europaweit – das 2017 in Frankreich eingeführte sogenannte Nutri-System. Nach dieser Lebensmittel-Ampel werden, zum Beispiel, Obst, Gemüse, Nüsse, Proteine und Ballaststoffe als „besonders gesund“, Zucker, Salz und gesättigte Fettsäuren hingegen als „ungesund“ ausgewiesen.

 

In Großbritannien setzt man zwar ebenfalls erfolgreich auf farbige Ampelkennzeichnungen, doch ging schon 2018 noch einen erheblichen Schritt weiter: Für zuckergesüßte Erfrischungsgetränke müssen seitdem kräftige Steuern entrichtet werden Diese Einnahmen – geschätzt etwa 550 Millionen Euro per annum – fließen nun zweckgebunden in die Gesundheitsprogramme britischer Schulen ein, wie Schulessen oder die Sportförderung.

 

Dass inzwischen international agierende Nahrungsmittelkonzerne, wie das französische Unternehmen Danone oder die deutsche Firma Iglo, ihre Erzeugnisse freiwillig nach dem französischen Nutri-System kennzeichnen, hat im hiesigen Ernährungsministerium (vorerst) niemanden wachgerüttelt. Auch nicht, dass der amerikanische Limonaden-Hersteller Coca Cola bereits ein zuckerfreies Erzeugnis anbietet und obendrein mit 1,5 Millionen Dollar die gesundheitsschädliche Wirkung von gezuckerten Getränken erforschen lässt.

 

K.Bl
ENDE
21.4.2019