Hauptsache verbunden

Was klingelt da? Mitten hinein in die Corona-Stille. Das Telefon? „Störe ich?“ fragt eine Stimme aus längst vergangenen Zeiten. Und erzählt: Dass  er mit seinen 80 Jahren auf einmal in der Redaktion wieder gefragt sei. Mit seinen Ideen. Seinen Tipps.

Tagsdrauf rufe ich Verwandte im  Corona-verseuchten Amerika an. Zu später Stunde,  dann ist dort Kaffeezeit.  Daran muss man sich erst wieder gewöhnen. Gestern meldete sich eine frühere Kollegin aus ihrem Home-Office. Wie das klappe, will ich wissen. Wir telefonieren viel, sagt sie.

In der Tat: Dank der Corona-Pandemie telefonieren die Menschen wieder miteinander. Kein Gefühl, eine Feststellung der Kommunikations-Gesellschaften.

Wenn man sich schon nicht persönlich treffen kann, dann per Telefon. Hauptsache verbunden. Es ist der direkteste Weg, jemanden zu hören. Dessen nachdenkliches Schnaufen. Das erschrockene Schweigen.

Phasen, in denen Telefonieren etwas Magisches hat. Nicht nur zwischen Vätern und Töchtern, Müttern und Söhnen. „Störe ich?“ Auch nicht, wenn wir Corona endlich überwunden haben.