Wundermittel mit Piks

Nur ein winziger Piks – und das war‘s mit dem Corona-Albtraum. Vierzig klinische Studien suchen weltweit nach diesem „Wundermittel“. Die meisten verlassen sich dabei auf Hydroxychloroquin, kurz: HCQ. Donald Trump lobte das 1934 gegen Malaria-angewandte Medikament am 18. März „als Wundermittel schlechthin.“ Als belegte wurde, die hochgelobte Studie habe nicht ein Mediziner, sondern eines Jurist erstellt, polterte Amerikas erster Medizinmann: „Ich habe nie von dieser Studie gesprochen“.

Wer nach einem „Wundermittel“ sucht, trifft dabei auf sonderbare Figuren. Wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf den umtriebigen Wissenschaftler Didier Raoult, der ebenfalls ein „Wundermittel“ anpreisst. Leider verursache es Herzrhythmusstörungen, Hornhauttrübungen, dauerhafte Schäden der inneren Netzhaut bis zur Blindheit; Erbrechen, Leberschäden, Blutbildveränderungen, Juckreiz, Schlafstörungen, Psychosen. Der Präsident wandte sich mit Grausen.

Nun habe Raoult bei Trump angedockt. Dieser, stets nach „Wundermitteln“ suchend, hatte gegen Corona  – entgegen jedem ärztlichen Rat – die Injektion von Desinfektionsmitteln empfohlen, was zu einer Anhäufung von Notrufen geführt hat.

Bei uns koordiniert das Paul-Ehrlich-Institut die Suche nach Impfmitteln. Bis ein winzige Piks den Corona-Albtraum verscheucht, müssen wir aber weiterhin unsere Masken aufsetzen, Abstand halten und Geduld aufbringen.

  1. Bl.
  2. Mai 2020