Trotz Corona: Notfall geht immer vor

Halten Sie bitte auch während der Corona-Krise Ihre Termine ein“, beschwor mich die Kardiologin. Ähnlich wird es anderen Diabetikern ergehen, die ständig wegen chronischer Erkrankungen  behandelt werden. Mancher hatte wohl gehofft, wegen Corona pausieren zu dürfen.

Die Krankenhäuser registrieren bei Herzinfarkten bereits dreißig Prozent weniger Notaufnahmen. Vermutlich aus Angst, sich mit Corona infizieren zu können. Dabei ist die Gefahr eines Infarktes bei Diabetikern dreimal höher als bei Nicht-Diabetikern.

Die Onkologen wiederum warnen dringend davor, gerade jetzt Krebs-Therapien nicht selbst zu verschieben. Wobei Diabetiker besonders gefährdet seien.

Ähnlich sorgen sich die Nieren-Spezialisten. Die diabetische Nehropathie müsse auch in Corona-Zeiten ständig überwacht werden. Schon, um einer künstlichen Blutwäsche zu entgehen. Und vergessen Sie auch nicht Ihren Augenarzt, denn Diabetiker erblinden fünfmal mehr als Nicht-Diabetiker.

Doch jetzt läutet erneut das Telefon: Mein Hausarzt will die Daten der letzten Blutkontrolle besprechen. Hatte ich glatt vergessen im Corona-Wirrwarr.

Bl.

  1. Mai 2020