Von sogenannten Helden und kleinlauten Diabetikern

Niemand in der Buchhaltung sei so plietsch wie Frau Mustermann. Trotzdem könne sie nicht befördert werden. Da sei die Sache mit dem „Zucker“, Sie wissen schon. Aber wie Herr Weber sich nach seinem Infarkt wieder in den Griff bekommen hat – Hut ab! Sollte schon deshalb befördert werden.

Es bleibt also wie es ist:  Infarktgeschädigte werden wie Helden verehrt, während Diabetiker kleinlaut in Deckung gehen. Die meisten wollen gar nicht, dass man über sie Bescheid weiß. Aus Angst vor Hintenansetzung und finanziellen Einbußen.

Dabei sind Diabetiker per se keinesfalls Patienten, sondern Menschen, die  – wie alle anderen – ihre täglichen Herausforderungen meistern. Obwohl sie  skeptisch beäugt werden. Sogar privat.

Aber allemal sinnvoller, als die fragwürdige Opferbereitschaft jener Infarkt-Helden, die für irgendwelche Firmen ihr Leben riskieren. Wofür Diabetiker hoffentlich nie bereit sein werden.