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Pladoyer für den Alltag: Radfahren ist für Menschen mit Diabetes ganz besonders geeignet

Erstellt von Klaus Blume | |   Story der Woche

Nicht zu fassen, was die Rad-Profis auf der Tour de France drei Wochen lang leisten. Tagein, tagaus. Wir sitzen derweil gemütlich auf unserem Sofa – und staunen. Dabei hätte ein jeder von uns die Chance, zumindest eine der Tour-Etappen zu bestreiten. 12 993 Hobby-Radfahrer aus 67 Ländern sind, zum Beispiel, am 17. Juli die 169 Kilometer von Annecy nach Le Grand Bornard geradelt – immerhin über 4000 Höhenmeter. Und niemand hat schlapp gemacht!

Also keine Ausrede, nächstes Jahr sind wir dabei. Wir müssen nur fleißig üben und dafür gibt es in Hamburg, das sich zur Radfahrer-Stadt mausert, ganz besonders viele Möglichkeiten. Ganz wichtig: „Für Menschen mit Diabetes ist Radfahren als Ausdauersport besonders gut geeignet. Fahrradfahren verbrennt nicht nur Kalorien, sondern stärkt gleichzeitig auch das Herz-Kreislauf-System und die Lunge. Menschen mit Diabetes, die neu oder nach längerer Zeit wieder ins Radfahren einsteigen möchten, sollten sich vor dem ersten Training von ihrem behandelnden Arzt beraten lassen“, zitiert die „Deutsche Diabetes-Hilfe“ den in Hamburg-Bergedorf niedergelassenen Diabetologen Dr. med. Jens Kröger.

Bevor Sie danach aber wieder aufs Rad steigen, sollten sie daheim – ohne Fahrrad – erstmal üben. Wir haben dafür unsere „Radfahrer-Schule“ ausgearbeitet. Versuchen Sie es, es lohnt sich! Wenn Sie das alles können, fahren Sie einfach los. Entweder ins Grüne oder zum Brötchen holen um die Ecke. Was üblicherweise mit Bus, Bahn oder Auto erledigt wird, kann man auch mit dem Fahrrad schaffen. Wer auf diese Weise das Radfahren ebenso schrittweise wie selbstverständlich in seinen Tagesablauf eingliedert, wird auch davon profitieren. Gesundheitlich, und auch auf Dauer. Zusätzliche Kohlenhydrate sollten Sie aber von Anfang an immer bei sich haben – denn manchmal wächst man – ohne es zu spüren – über sich hinaus, und der Blutzuckerspiegel sinkt und sinkt . . .

Jeder Fünfte der Altersgruppe der 60- bis 75-Jährigen sitzt mehrmals in der Woche im Sattel. Das sei mehr als begrüßenswert, sagt die Medizinerin Ulrike Dapp von der Geriatischen Klinik im Hamburger Albertinen-Haus. In einer Fachzeitschrift  wird die Gerontologin so zitiert: „Radfahrer müssen verschiedene Dinge gleichzeitig tun. Aufsteigen, in die Pedale treten, lenken, abbiegen, auf Autos achten. Ein Rundumpaket für die Fitness, das Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit sowie Koordination schult.“ Und: Im Gegensatz zum Joggen, Nordic Walking und ausdauerndem Wandern schont Radfahren Ihre Gelenke. Weil sicher jetzt mancher denkt, mit einem Elektrorad gehe die Sache noch besser, haben wir dazu ein kleines Extra-Stück produziert. Es folgt nächste Woche.

Aber zurück zum Radfahren als Wettkampf. Und weil Alter nicht vor Rekorden schützt, hat der Franzose Robert Marchand am 4. Januar 2017 im Velodrom zu St. Quentin im Alter von 105 (!) Jahren 22, 547 Kilometer innerhalb einer Stunde zurückgelegt. Weltrekord für über Hundertjährige! Monsieur Marchand war nie zuvor Rad-Profi, sondern Holzfäller und Weinhändler; trainiert hat er für seinen Rekord täglich eine Viertelstunde lang daheim auf dem Hometrainer. Warum? „Weißt du, wenn du so alt bist wie ich, solltest du dich nie lange ausruhen, sonst kannst du nicht wieder aufstehen.“

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